Problem Statement Map

Nun haben wir also ein paar generelle Tipps für Workshops vorgestellt und wir können mit der Darstellung der eigentlichen Workshop-Methoden zum Entwickeln eines Produktkonzeptes im Team beginnen.

Die ersten Schritte sind bereits entscheidend: Nur wenn Du genau verstehst, welches Problem Du lösen sollst, kannst Du mit dem Team ein gutes Produkt entwickeln. Bevor Du also ein Projekt startest, solltest Du mit Deinem Auftraggeber erarbeiten, was wirklich erreicht werden soll und welche Randbedingungen Du dabei berücksichtigen musst.  Dies gelingt Dir in einem Workshop mit Hilfe einer Problem Statement Map.

Ein Problem Statement beschreibt die zu lösende Aufgabenstellung: Es definiert, welches Problem zu lösen ist, wer von dem Problem und dessen Lösung betroffen ist, welche Randbedingungen dabei zu berücksichtigen sind und wie sich eine Lösung des Problems auswirken soll. 

Ablauf

Typischerweise werden Problem Statements als "Text" formuliert. Für einen Workshop eignet sich diese Form jedoch weniger. Daher arbeiten wir mit Post-its und bauen eine Map. Dazu gehst Du wie folgt vor:

1

Du klebst als Vorbereitung Post-its mit verschiednen Überschriften an die Wand. Das sind Kategorien, zu denen Inhalte gesammelt werden.

2

Du bittest nun alle Teilnehmer, Post-its für die jeweiligen Überschriften vorzubereiten.

  • Wer ist von einem Problem betroffen?
  • Was sind die Probleme, die gelöst werden sollen?
  • Wie könnten sie gelöst werden?
  • Wie würde sich eine Lösung auswirken?
  • Welche Randbedingungen sind bei der Lösung der Probleme zu berücksichtigen?
3

Alle Teilnehmer tragen nun ihre Erkenntnisse vor, kleben ihre Karten an die Wand und kommentieren sie. Doppelte Karten werden konsolidiert.

Anmerkungen

  • Anstelle des Punktes Lösungsansätze kann es sinnvoller sein, eine erste Produktvision in Form von Feature-Listen, Nutzungsszenarien oder auch Lösungsskizzen zu erarbeiten.
  • Eine erweiterte Form der Definition von Metriken stellt das Metriken-Board dar. Es kann anstelle der Spalte "Metriken" definiert werden.
  • Anstelle des Punktes Kunden/Nutzer können auch direkt Proto-Personas erstellt werden.
  • Es sind weitere Kategorien wie Stakeholder oder Risiken denkbar.
  • Im Verlauf des Projektes untersucht das Team, ob die Annahmen, die im Problem Statement getroffen wurden, richtig waren. Gibt es falsche Annahmen, ist eine Anpassung des Problem Statements notwendig - wir sprechen von einem Reframing des Problem Statements.
  • Es sind weitere Kategorien wie Stakeholder oder Risiken denkbar.